Fortpflanzung

Fortpflanzung

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Fọrt|pflan|zung 〈f. 20; unz.; Biol.〉 das Sichfortpflanzen, Erzeugung von Nachkommen

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Fọrt|pflan|zung , die:
1. das ↑ Sichfortpflanzen (1):
eine [un]geschlechtliche F.
2. das ↑ Sichfortpflanzen (2):
die F. des Lichtes.

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I
Fortpflanzung
 
(Reproduktion): Bei der Fortpflanzung (er)zeugen Elternindividuen Nachkommen. Sie dient somit der Arterhaltung. Übersteigt die Zahl der Nachkommen die der Eltern, ist die Fortpflanzung gleichzeitig eine Vermehrung.
 
Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung (sexuellen Fortpflanzung) entsteht das neue Lebewesen durch Verschmelzung einer männlichen Keimzelle (Spermium) mit einer weiblichen Keimzelle (Eizelle). Die Keimzellen werden in den Geschlechtsorganen gebildet und meist mit ihrer Hilfe zusammengeführt. Die geschlechtliche Fortpflanzung führt zu einer Neukombination der Erbanlagen, indem je die Hälfte der Gene von der väterlichen und der mütterlichen Keimzelle stammen.
 
Bei der eingeschlechtlichen Fortpflanzung (Jungfernzeugung, Parthenogenese) entsteht das neue Lebewesen aus einer unbefruchteten Eizelle. Das kommt bei Tierarten in verschiedenen Tierstämmen vor, bei Säugetieren einschließlich dem Menschen gibt es diese Art der Fortpflanzung nicht. Auch aus einer Spermazelle allein kann sich kein Kind entwickeln. In Tierversuchen konnte man allerdings durch Behandlung mit Reagenzien und/oder Anstechen mit einer feinen Nadel auch Säugereier zur Entwicklung bringen, sodass vollständige Tiere daraus entstanden (z. B. bei Kaninchen).
 
Die ungeschlechtliche Fortpflanzung (asexuelle oder vegetative Fortpflanzung) durch Körperzellen, Knospen oder abgegliederte Körperteile eines Elternindividuums gibt es bei vielen Pflanzen, im Tierreich nur bei »niederen« Tierstämmen. Die Tochterindividuen haben das gleiche Erbgut wie das Elternindividuum, da hier nur normale Zell- und Kernteilungen (Mitosen) und keine Reifeteilungen stattfinden.
 
Siehe auch: Befruchtung, Besamung, Geschlechtsverkehr, Jungfrauengeburt.
 
II
Fortpflanzung,
 
Reproduktion, die Erzeugung von Nachkommen, entweder geschlechtlich (Befruchtung, Jungfernzeugung) oder ungeschlechtlich (d. h. über Körperzellen des mütterlichen Organismus; Apomixis). Fast stets ist die Fortpflanzung mit einer Vermehrung der Individuenzahl gegenüber den Ausgangsindividuen verbunden (Ausnahme z. B. bei Konjugation). Die Fortpflanzung sichert die Erhaltung der Art.
 
Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung über eine Befruchtung (zweigeschlechtliche Fortpflanzung, Digenie, Amphigonie, Besamung, Geschlechtsverkehr, Begattung) kommt es zu einer Neukombination der Erbanlagen, was einen wichtigen Evolutionsfaktor darstellt. Aus der entstandenen (diploiden) Zygote entwickelt sich der Embryo. Zur Sicherung des Zustandekommens der Befruchtung zeigen diese Lebewesen häufig ein artspezifisches Fortpflanzungsverhalten (Sexualverhalten; z. B. Werbung und Balz, gemeinsames Ablaichen, Brutpflege). Für die Bildung der Geschlechtszellen sind bei den Mehrzellern besondere Geschlechtsorgane ausgebildet (Ausnahme z. B. Schwämme). Die Fortpflanzung durch Jungfernzeugung, d. h. über unbefruchtete Eizellen, wird eingeschlechtliche Fortpflanzung (subsexuelle Fortpflanzung) genannt. - Die ungeschlechtliche Fortpflanzung (asexuelle Fortpflanzung, vegetative Fortpflanzung, Monogonie) vollzieht sich über mitotische Zellteilungen (im Unterschied zur Meiose), wobei die Tochterzellen den gleichen Chromosomensatz und somit dasselbe Erbgut wie der elterliche Organismus beziehungsweise die Mutterzelle haben. Bei Einzellern kennt man die einfache mitotische Zellteilung (Zweiteilung) durch Quer- oder Längsteilung, die Mehrfachteilung (multiple Zellteilung; z. B. bei Amöben, Algen) und die Zellsprossung (Sprossung), bei Mehrzellern die Knospung und die Polyembryonie. Mehrzellige Pflanzen können Sporen, Brutkörper, Knollen, Ausläufer, Zwiebeln oder Wurzelknollen (Rhizome) ausbilden. - Relativ häufig kommt es zu einem Wechsel zwischen geschlechtlicher und ungeschlechtlicher oder zwischen zweigeschlechtlicher und eingeschlechtlicher Fortpflanzung (Generationswechsel).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
 
Geschlecht und Geschlechtlichkeit
 
Sexualität: Zwischen Liebe und Ausbeutung
 
Ehe: Konflikt und Kooperation zwischen den Geschlechtern
 
Fortpflanzung zwischen Kindersegen und Kinderfluch, zwischen Manipulation und Opportunismus
 

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Fọrt|pflan|zung, die: 1. das Fortpflanzen (1): eine [un]geschlechtliche F. 2. das Fortpflanzen (2): die F. des Lichtes.

Universal-Lexikon. 2012.

Synonyme:

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  • Fortpflanzung — Fortpflanzung, s. Zeugung; F. der Gewächse, tritt ein, wenn gewisse Zellen ihre vollkommene Ausbildung erreicht haben. Bei den Phanerogamen findet sie in der Weise statt, daß eine F.szelle, Pollenkorn genannt (s. d. A.), ihre Stelle verläßt und… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Fortpflanzung — Fortpflanzung, Prozess, bei dem verbunden mit der Weitergabe genetischer Information aus vorhandenen Individuen neue eigenständige und artgleiche Individuen entstehen; wesentliches Merkmal aller Lebewesen. F. geht gewöhnlich, jedoch nicht… …   Deutsch wörterbuch der biologie

  • Fortpflanzung — Fortpflanzung,die:⇨Vermehrung(1) …   Das Wörterbuch der Synonyme

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